Der Silberschatz von Maximilian I

Im Inn bei Mühldorf versank bei einer Havarie der Silberschatz von Maximilian I, Kurfürst von Bayern.  40 Kisten mit einem Gesamtgewicht von 340 Kilogramm versanken im Fluss. Taucher haben den Fluss bei Mühldorf bereits abgesucht. Schatzsucher versuchten es am Flussufer und Hinterland. Alle waren bisher erfolglos. Bei dem Schatz handelt es sich um Silbergeschirr und Silbergegenstände von hoher kunsthistorischer Bedeutung, am 28. Mai 1648 im Inn versunken sein sollen. Das Gesamtgewicht der versunkenen Silbergegenstände wird auf über 4 Zentner geschätzt und soll heute einen Wert von über 2,5 Millionen Euro haben. Der bayrische Kurfürst Maximilian I, wollte angesichts der drohenden Niederlage gegen die Schweden und Franzosen am Ende des Dreißigjährigen Krieges das Familiensilber in Sicherheit bringen. Er ließ das Tafelsilber auf Fuhrwerke verladen und aus seiner Residenz in München zunächst nach Wasserburg bringen. Dort wurde es dann auf Boote verladen, um mitsamt seiner Familie die Flucht auf dem Inn anzutreten. Irgendwo bei Mühldorf ging eines der Boote verloren, nachdem es mit dem Brückenpfeiler einer Innbrücke kollidierte und dann samt seiner wertvollen Fracht kenterte. Maximilians Männer ertranken, der Schatz versank und angesichts der Bedrohung durch den anrückenden Feind, war eine Bergung nicht möglich.  Das Tafelsilber liegt noch auf dem Grund des Flusses. Wenn man den Schatz suchen will, ist es sinnvoll zunächst herauszufinden wo die Brücke stand, an deren Pfeiler das Boot kenterte. Die fragliche Brücke existiert leider nicht mehr.

Hierzu gibt es eine interessante Information aus dem Werk: "Vollständige Geschichte der alten, mittlern und neuern Zeiten, Des großen Herzogthums und ehemaligen Königreichs Bayern, Dritter Teil von 1763 des Johann Heinrichs von Falkenstein, aufbewahrt in der Bayer. Staatsbibliothek. Im Kapitel XCVII steht geschrieben. Die Schweden und Franzosen suchten bei Wasserburg über die dortige Brücke den Inn zu überqueren. Doch die deutschen Truppen versperrten ihnen den Weg. Einer kleinen bayrischen Armee gelang es den Feind abzuwehren. Daraufhin begaben sich die Schweden und Franzosen flussaufwärts nach Rosenheim um über die dortige Brücke den Fluss zu überqueren. Auch dies gelang nicht, da Kurfürst Maximilian I die Brücke hatte zerstören lassen. Hierauf marschierten die Schweden und Franzosen flussabwärts bis Mühldorf um über die dortige Brücke den Fluss zu überqueren. Dieser Kriegsbericht belegt das zwischen Wasserburg und Mühldorf keine weiteren Brücken vorhanden waren, denn sonst hätte der Feind den Fluss dort zu überqueren versucht.

Daher kann man vermuten, das Maximilians Boot an einem Pfeiler der Mühldorfer Brücke zerschellt ist. Doch das Wissen, wo das Silber versank, nutzt wahrscheinlich nicht allzu viel, denn durch die starke Strömung sind Teile oder auch der ganze Schatz schon längst viel weiter flussabwärts getragen wurden. Bis heute sind weiter flussabwärts aber nur einige Teile wie Silberteller und einige Löffel als Zufallsfunde durch Angler wieder aufgetaucht.


Anmerkung des Autors: Der Autor und Schatzsucher Reinhold Ostler organisierte 1984 eine große Suchaktion in Mühldorf. Von mehr als 200 Grundstückseigentümern musste er zuvor Genehmigungen einholen.  Die Aktion dauerte drei Tage.  Zehn Taucher suchten im Fluss, an Land suchten 200 Schatzsucher mit Detektoren. Es wurde jedoch kein Stück des Tafelsilbers gefunden. Eine Suche nach dem Schatz kann dennoch Erfolg versprechend sein, da der Inn kurz hinter Mühldorf scharf nach Osten abbiegt, wodurch ein Weitertransport des Silbers vielleicht erschwert wurde. Man sollte daher dort an der Flussschleife suchen. (Siehe Bild links)


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